Hotelier Ilmar Tessmann aus St. Oswald über die Chance, dass die Corona-Krise die Tourismusbranche auch nach vorne bringen kann.
Die Arche, der Ort des Überlebens. Doch sogar das nach dem biblische Rettungsboot benannte Hotel hoch über dem Görtschitztal musste im heurigen Coronajahr seine Luken dicht machen. Für die Gäste hieß es: alles aussteigen. Für Ilmar Tessmann, Betreiber des Biolandhauses Arche in St. Oswald bei Eberstein, eine angespannte Zeit. „Natürlich hab ich mich gefragt, was denn die Zukunft bringt. Und natürlich war auch etwas Angst mit im Spiel.“ Mit einem Schlag war es vorbei mit der Idylle am Berg. Aber nur auf den ersten Blick. „Als wir wieder aufsperren konnten, da waren wir sehr gut gebucht. Und ich habe bemerkt, das sich etwas verändert hat“, so Tessmann.
Plätze, an denen keine Massen anzutreffen sind, hätten in dieser Zeit enorm an Bedeutung gewonnen. „Gerade Regionen wie Mittelkärnten, wie die Saualm, das Görtschitztal, die Norische Region, stehen für Entschleunigung. Für einen sicheren Raum“, so Tessmann. Nein, der Massentourismus werde dadurch nicht verschwinden, „aber ich glaube, es wird mehr Nachhaltigkeit geben“.
Wird nach der Krise Qualität im Tourismus einen höheren Stellenwert haben? Mit Sicherheit, meint Tessmann. „Das ist ein Zusammenspiel aus mehreren Faktoren. Es geht auch um Raum, um Platz für mich, um gesunde und regionale Lebensmittel. Das alles sind Teile dieser neuen Qualität.“ Um die Lust auf das Reisen wieder neu zu wecken, müsse zuerst die Pandemie beherrschbar sein. „Eine große Herausforderung wird es auch sein, der Öffentlichkeit klarzumachen, dass sie den Tourismus weiterhin als Chance sehen soll. Dass viele Menschen und Branchen betroffen sind, wenn es dem Tourismus nicht gut geht“, so Tessmann. Wie auch immer es weitergeht, Tessmann blickt nach vorne und ist sich sicher: „Es wird spannend, denn Reisen wird sinnvoller werden.“
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